7 Freiwillige haben 220 verschiedene Pilzarten gesammelt. Die Mykologengruppe des NABU hat die Ausstellung erstellt und betreut. Die Besucher hatten auch noch einige Arten zum Bestimmen mitgebracht.  Insgesamt konnten mehr als 200 Gäste an beiden Tagen begrüßt werden.

Der NABU Mittleres Erzgebirge eV. (in Kooperation mit Natura Miriquidica e.V.)  kümmerte sich um den Hofteich, den er gepachtet hat. Das Gebiet an und um den Hofteich ist seit Jahrzehnten als wichtiges Rast-und Brutgebiet für viele Vögel bekannt. Vor allem die Röhrricht-und Schilfzonen, der Fichtenbach sowie die angrenzenden nassen Wiesen dienen vielen Tieren als wichtige Rückzugsräume.

Rohrammer (seit einigen Jahren Brutvogel 1- 2 Brutpaare)

Teichhuhn (seit einigen Jahren Brutvogel, wahrscheinlich höchst gelegener Brutplatz im mittleren Erzgebirge)

Blässhuhn (2-3 BP.)

Sumpfrohrsänger (mehrere BP.)

Zwergdommel (bemerkenswerte Beobachtung einer männlichen Zwergdommel, wahrscheinlich Durchzügler, Rote Liste 1)

Flusskrebs (Anwohner beobachten Krebse im Bach oberhalb der Kläranlage, um welche Art es sich handelt konnte noch nicht geklärt werden)

Das Gewässer besitzt einen einzigartigen Stellenwert als Laichplatz vieler Lurche im Siedlungsraum Großrückerswalde. Allein die Anzahl nachgewiesener Erdkröten an den Krötenzäunen jedes Frühjahr zeigt die Bedeutung des Teiches an.

Botanische Raritäten sind ein größerer Bestand der Bachnelkenwurz ( Rote Liste 3 ), des gewöhnlichen Kreuzblümchens ( Rote Liste 3 ), des Sumpf-Baldrians ( Rote Liste 3), und des Waldläusekrautes ( Rote Liste 2 ).

15 Jugendliche und ihre Begleiter sind von einer Forschungsreise in den Weiten Nordwestrusslands zurückgekehrt. Nicht nur die Natur bot ihnen Überraschendes.

 
FreiePresse, 07.08.2018, Marienberger Zeitung

Russland gehört zu jenen Exkursionszielen, bei denen man mit vielen Unwägbarkeiten rechnen muss. Das hatte sich Kay Meister gedacht, bevor er mit seiner Kollegin Babett Schreiter und 15 Jugendlichen in die Wildnis Kareliens aufgebrochen ist.

Inzwischen sind die Teilnehmer von ihrer Forschungsreise zurückgekehrt, und der Rübenauer Biologe muss sich revidieren: „Ich bin selbst überrascht, wie problemlos alles vonstatten gegangen ist. Zudem gab es keine Verletzungen, und auch von der Kondition her konnten alle mithalten. Die Harmonie in der Gruppe hat gestimmt.“ Für den Betreuer ein Zeichen, dass die zweijährige Vorbereitungszeit mit Outdoor-Seminar und Exkursion etwas gebracht hat. „Wir haben zusammen den Reiseplan aufgestellt. Alle konnten sich einbringen. Das schweißt zusammen“, ist der Vorsitzende des Naturschutzvereins Natura Miriquidica überzeugt. Der Verein hat die Reise organisiert.

In zweieinhalb Wochen lernten die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren gemeinsam mit ihren zwei Betreuern die Wildnis am Onegasee, dem zweitgrößten See Europas in Nordwestrussland, und am Weißen Meer sowie die undurchdringliche Taiga kennen. Aber auch die russische Kultur mit ihren Klöster und abgelegene Dörfer gehörten dazu. Während die Reiseroute vorgegeben war, galt es letzte Details vor Ort zu klären. „Als wir am Onegasee ankamen, wussten wir noch nicht, wo wir übernachten und wie viele Tage wir an welchem Ort verbringen werden“, erklärt Kay Meister.

Beim Klären dieser Fragen kam den Reisenden die russische Mentalität entgegen. „Wenn du in einem Dorf mit einer 15-köpfigen Truppe aus dem Bus steigst, dauert es ungefähr fünf Minuten, bis Einheimische auf dich zukommen und Hilfe anbieten.“ Der Rübenauer berichtet über eine Dorfbewohnerin, die auf der Stelle ihre Kartoffelhacke aus der Hand legte und die Jugendlichen mit ihren Begleitern zwei Stunden durch einen Wald führte, um einen schönen Platz zum Zelten zu finden. „Ich selbst würde das wohl nicht tun“, gesteht Kay Meister, der die Erfahrung machte, dass man als Deutscher in Russland relativ gern gesehen ist.

In Kontakt kam die Gruppe zumeist mit der Landbevölkerung, die wie Meister berichtet, in unglaublich ärmlichen Verhältnissen lebt und doch eine gewisse Zufriedenheit ausstrahlt. Eine wertvolle Erkenntnis für den Biologen: „Schließlich bestand ein Ziel unserer Reise darin, den Teilnehmern zu zeigen, in welchem Überfluss wir zuhause eigentlich leben.“

Die Jugendlichen mussten nicht zuletzt lernen, mit einigen Widrigkeiten zurechtkommen. Kay Meister spricht etwa von wechselhaftem Wetter mit starken Niederschlägen am Onegasee. So nahmen die Teilnehmer ihr Abendessen im Freien bei Regen ein. Entschädigt wurden sie später mit fantastischem Wetter am Weißen Meer.

Einen Wermutstropfen gab es dennoch ganz am Ende der Reise. Während bisher alles wie am Schnürchen lief – die Züge in Russland fuhren auf die Minute genau -, verlief der Rückflug alles andere als planmäßig. Wegen eines Gewitters konnte das Flugzeug nicht wie vorgesehen in Prag landen, sondern legte einen Zwischenstopp in Dresden ein. Die Passagiere durften die Maschine nicht verlassen und mussten eineinhalb Stunden ausharren, bevor es zurück nach Prag ging. „Die Eltern haben dann ihre Kinder gegen Mitternacht abgeholt und waren erst 2 Uhr zuhause“, bedauert Kay Meister.

Aus den Augen verlieren werden sich die Exkursionsteilnehmer sobald nicht. In den nächsten Wochen gilt es, über die vor Reisebeginn vergebenen Forschungsthemen, etwa zu Wetteraufzeichnungen und Tierbeobachtungen, Berichte anzufertigen sowie Fotomaterial auszuwerten. „Wir werden kleine Ausstellungen und einen Vortrag vorbereiten“, sagt der Biologe.

Arbeiten auf der Bergwiese – Filmgucken im Heu

Erschienen am 22.08.2018 Freie Presse Marienberger Zeitung
  • Englische Hilfe auf einer erzgebirgischen Bergwiese. Will Walklet, Sonja Salminiitty, Ben Nicholls, Thomas Carmona und Jack Murray (v. l.) arbeiten kurz vor der deutsch-böhmischen Grenze.
 
Englische Hilfe auf einer erzgebirgischen Bergwiese. Will Walklet, Sonja Salminiitty, Ben Nicholls, Thomas Carmona und Jack Murray (v. l.) arbeiten kurz vor der deutsch-böhmischen Grenze. Foto: Dirk Trautman
 
Von Dirk Trautmann
 

Junge Briten helfen bei der Arbeit an der Grenze zu Tschechien. Sie bekommen dafür freie Kost und Logis. Doch das ist nicht alles.

 

Rübenau.

Die jungen Leute haben Rechen in der Hand und arbeiten auf der Wiese in Rübenau, die sich gerade noch auf deutschem Gebiet befindet. Gleich dahinter fließt die Natzschung und markiert die Grenze zu Tschechien. Zehn Frauen und Männer sind es, die an diesem Tag die Bergwiese mit Sensen mähen, das gemähte Gras zusammen rechen und es dann auf ein Auto laden. Sie haben Spaß dabei, ab und zu sind Wortfetzen zu vernehmen, die ganz und gar nicht erzgebirgisch klingen. Es sind junge Briten, die für einen Tag ins Erzgebirge gekommen sind, nicht direkt von der Insel, sondern aus der Dübener Heide, in der sie vier Wochen lang an einem besonderen Projekt arbeiten.

Das Netzwerk Umweltbildung Sachsen hat gemeinsam mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt neun sächsische Regionen

 

auf der Plattform Regio-Crowd vereinigt, darunter die Dübener Heide, die Oberlausitz und die Sächsische Schweiz. „Für jede Region gibt es einen Verantwortlichen, der die verschiedenen Projekte bündelt“, erzählt Katrin Weiner, die die Plattform Regio-Crowd koordiniert. Ausgangspunkt war der Verein Dübener Heide mit seinem Vorsitzenden Axel Mitzka, für das Erzgebirge ist der Rübenauer Kay Meister zuständig.

In der Dübener Heide wurden in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit dem Crowdfunding gemacht. Dabei handelt es sich um eine Finanzierungsmethode unter anderem für Projekte und Geschäftsideen, die meist über das Internet läuft. Das Wort kommt aus dem Englischen, crowd steht für (Menschen-)Menge und funding für Finanzierung. Derzeit läuft noch das Projekt „Ein sicheres Nest für Adebar in der Pretzscher Elbaue“, bei dem Geld für ein neues Storchennest gesammelt wird. „Sturm Friederike hatte das Nest beschädigt, wir haben ein Crowdfunding-Projekt gestartet, mit dessen Hilfe wir ein Storchennest erneuern. Mit einem ähnlichen Projekt vor einigen Jahren hatten wir schon einen großen Erfolg“, erzählt Koordinator Axel Mitzka. Crowdfunding funktioniert nicht nur in eine Richtung, die Geldgeber, die ab 100 Euro gegeben hatten, erhielten einen besonderen Gegenwert: Sie durften die jungen Störche mit beringen.

Nun ist das Erzgebirge nicht als Storchenparadies bekannt, die Geldgeber erhalten aber auch einen Gegenwert für gegebenes Geld oder geleistete Arbeitszeit. „Unser Projekt heißt Bergwiesen-Begegnungen. Es kann jeder teilnehmen, der Interesse und Freude an und in der Natur hat und motiviert ist, bei der körperlich teils anstrengenden Arbeit auf der Wiese mit anzupacken. Jeder kann selbst entscheiden, wie viele Tage er mithilft. Gearbeitet wird bei jedem Wetter“, erläutert Kay Meister. Die Mindestteilnahmedauer ist ein Tag, geboten werden den Teilnehmern freie Kost und Logis im Haus der Kammbegegnungen in Rübenau. Besondere Höhepunkte sind Moorwanderungen und Badeausflüge zum Lehmheidner Teich. „Wir hatten diese Woche ein Heukino, wir lagen im Heu und haben auf der Leinwand einen Film angesehen“, erzählt Kay Meister.

Katrin Weiner von der Plattform Regio-Crowd hofft, dass sich die einzelnen Regionen bald finanziell selbst tragen können, ein weiterer Austausch wie zwischen Dübener Heide und Erzgebirge mit den jungen Briten sei wünschenswert.

Die jungen Studenten aus Leeds und Newcastle haben den Tag in Rübenau genossen und einen großen Unterschied zur Dübener Heide festgestellt. „Die biologische Vielfalt auf den Wiesen im Erzgebirge ist ungleich größer“, sagte Sophie Vickress.