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Aktiv werden in der BUND-Ortsgruppe „Zschopautal“

Erzgebirge

Wann

Beginn: 21. August 2026
10:07 Uhr

Ende: 1. September 2027
10:07 Uhr

Unternehmen

BUND Landesverband Sachsen

Ansprechpartner

Kay Meister

Das Bild zeigt einen Briefumschlag, der durch eine Linie mit einem Papierflieger verbunden ist. Es symbolisiert das Versenden einer Nachricht.

Mail

bund.zschopautal@bund.net

Im Frühling 2026 hat sich eine neue Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im mittleren Erzgebirge gegründet. Das Erzgebirge gilt als eine Region mit einem außergewöhnlichen Naturreichtum und einer besonderen Ausstattung mit schützenswerten Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeit gehört es zu den am dichtesten besiedelten Regionen Europas und besitzt eine lange bergbauliche und industrielle Tradition. Dementsprechend groß ist der Einfluss des menschlichen Lebens auf die heimische Natur.

Der Landesverband Sachsen des BUND wurde 1990 in Chemnitz gegründet. Als anerkannter Naturschutzverband bemüht er sich um Antworten auf komplexe Fragen des Klima- und Naturschutzes. Er schützt die Natur in Sachsen ganz praktisch auf über 50 Pflegeflächen. 25 Gruppen mit über 500 Freiwilligen sind regional aktiv. Mehr als 11 000 Menschen unterstützen den Verband aktuell in Sachsen durch eine Mitgliedschaft.

Auch im Bereich des oberen Zschopautals haben einige BUND-Mitglieder ihren Lebensmittelpunkt. Sie kamen nun zusammen, um dem Aufruf zur Gründung der Ortsgruppe zu folgen. Weitere Naturschützer haben sich zu einer Mitgliedschaft entschlossen und so setzt sich die junge, aktive Gruppe aktuell aus mehr als 10 Personen zusammen.  Gemeinsam wollen sie aktiv rund um das Zschopautal werden, einer attraktive Flusslandschaft mit engen Talabschnitten, teils naturnahen Auen/Waldbereichen sowie offenen Felsen. Kulturhistorische Denkmale wie die Burgen in Zschopau und Wolkenstein oder Waldhufendörfer mit einer hohen Dichte an Hecken im Bereich der angrenzenden und überwiegend landwirtschaftlich genutzten Anhöhen oder blütenbunte Bergwiesen prägen die Region. 

Diese vielfältige Natur im Blick, wurden schon einige Projekte im Gründungsjahr gestartet:

  1. Artenschutz: Feuersalamander 

    Das 15 bis 25 cm große Tier zählt sicher zu den bekanntesten giftigen Tieren unserer Region. Einst galt der auffällige Lurch mit seiner schwarzen, glatten Haut und den gelben bzw. orangefarbenen Mustern als häufige Erscheinung in den Tälern des Erzgebirges insbesondere im Frühling. Trotz seiner Langlebígkeit (bis zu 50 Jahre), Standorttreue und des einst verstärkten Vorkommens in Siedlungen findet man immer weniger Tiere in unserer Landschaft. Aktuell lässt sich im Erzgebirge ein derart erheblicher Rückgang der Feuersalamanderpopulationen feststellen, dass nur noch stark isolierte Vorkommen bekannt sind. Die Gründe dafür liegen vor allem in menschlichen Aktivitäten: Oberflächenversieglung, Gewässerverschmutzungen und -verbauung. Aber auch ein Befall der Salamanderhaut durch eine (ebenfalls durch den Menschen) eingeschleppte Pilzerkrankung spielt wohl eine Rolle. Um besser über das Leben des Feuersalamanders informiert zu sein, fand im Frühling 2026 eine geführte Exkursion in einen Feuersalamander-Lebensraum gemeinsam mit der Artspezialistin Heidi Enderlein vom BUND und regionalen Artbetreuern statt.

  2. Biotopschutz: Anlage einer Streuobstwiese

    Extensiv genutzte flächige Obstbaumbestände aus überwiegend älteren, hochstämmigen Obstbäumen mit artenreichem Unterwuchs finden sich in der modernen Landschaft selten. Auch in den oberen Gebirgslagen wuchsen einst angepasste Obstsorten in den Hausgärten und Wildobst an den Wegrändern. Alte Streuobstwiesen bieten trotz ihrer Nutzung durch das Vorhandensein von Totholz, Baumhöhlen und mageren Frischwiesen als Bodenvegetation vielen Tierarten geeigneten Lebensraum. Auf einer Fläche einer Kirchgemeinde soll im Herbst 2026 begonnen werden, eine Streuobstwiese anzulegen. Es ist geplant, geeignete Hochstamm-Obstsorten sowie eine Hecke aus fruchttragenden Wildstraucharten zu pflanzen.

  3. Artenschutz: Nisthilfen für höhlenbrütende Singvögel

    Der Ornithologe und Feldherpetologe Rudi Arnold begann vor 60 Jahren, Nisthöhlen im Bornwald bei Großolbersdorf für höhlenbrütende Singvögel aufzuhängen. Es war eine Reaktion auf die intensive Forstwirtschaft in der DDR, welcher alte und höhlenreiche Bäume zum Opfer fielen. Über die Jahre dokumentierte er so die Entwicklung des Bestandes der Singvögel im Gebeit. Die Ergebnisse wurden im Jahr 2001 in einer Ausgabe zur Naturschutzarbeit im Mittleren Erzgebirge veröffentlicht. Die Betreuung der Nistkästen wurde durch Kay Meister in den 1990er und 2000er Jahren weitergeführt, in der jüngsten Vergangenheit jedoch kam das Projekt aufgrund zahlreicher anderer Aktivitäten zum Erliegen. Eine Beendigung dieser Langzeitbeobachtung höhlenbrütender Singvögel im Bornwald wäre aber sehr schade. Deshalb sollen wieder Nistkästen an den ursprünglichen Aufhängeorten angebracht und die Brutergebnisse zukünftig wieder dokumentiert werden. 

  4. Biotopschutz: Citizen-Science-Projekt zur Erfassung von Neoptyenbeständen im Mittleren Erzgebirge

    Invasive Neophyten können heimische Pflanzenarten verdrängen und wertvolle Lebensräume beeinträchtigen. Um ihre Ausbreitung besser einschätzen und frühzeitig reagieren zu können, entwickelt die BUND-Ortsgruppe eine digitale Neophytenmeldestelle für das Mittlere Erzgebirge. Bürgerinnen und Bürger können darüber Vorkommen ausgewählter Arten unkompliziert per Smartphone oder Computer melden, den Standort erfassen, Fotos übermitteln und größere Bestände direkt auf einer Karte einzeichnen. Die eingehenden Meldungen werden anschließend geprüft, dokumentiert und kartografisch ausgewertet. So soll schrittweise ein möglichst aktuelles Bild über die Verbreitung problematischer Neophyten in unserer Region entstehen. Die gewonnenen Daten können als Grundlage dienen, um Bestände gezielt zu kontrollieren, Maßnahmen zu planen und bei Bedarf Kommunen, Flächeneigentümer oder weitere Akteure im Naturschutz einzubeziehen. Gleichzeitig soll das Projekt die Bevölkerung für invasive Pflanzenarten sensibilisieren und zum aktiven Mitmachen am Naturschutz anregen.

  5. Artenschutz: Hummel-Monitoring

    Hummeln gehören zu den wichtigen Bestäubern unserer Landschaft und reagieren sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraumes. Mit dem bundesweiten Hummel-Monitoring des Thünen-Instituts werden langfristig Daten über das Vorkommen und die Entwicklung der Hummelarten gesammelt, um Veränderungen besser erkennen und daraus mögliche Schutzmaßnahmen ableiten zu können. Für das Monitoring 2027 übernimmt die Familie Brückner eine festgelegte Untersuchungsfläche in der Gemeinde Drebach im Ortsteil Hopfgarten und wird dort von März bis Oktober regelmäßig Hummeln erfassen, fotografieren und bestimmen. Dabei werden nicht nur die Hummeln selbst betrachtet, sondern auch die Pflanzen und das vorhandene Nahrungsangebot auf der Fläche dokumentiert. Das Projekt bietet der Familie die Möglichkeit, wissenschaftliche Naturschutzarbeit aktiv zu unterstützen und gleichzeitig tiefer in die faszinierende Welt der Hummeln einzutauchen. Die gemeinsame Erfassung und Bestimmung der Hummeln sowie die Beobachtung der Entwicklung der Fläche über die Saison sollen dabei wertvolle Erfahrungen vermitteln und einen kleinen Beitrag zu einer besseren Datengrundlage für den Hummelschutz leisten.

  6. Umweltbildung: Wildbienenrucksack

    Wildbienen sind wichtige Bestäuber und stehen stellvertretend für das fortschreitende Insektensterben. Umso wichtiger ist es, bereits Kinder für die Bedeutung und den Schutz dieser faszinierenden Insekten zu sensibilisieren. Als BUND-Mitglied und ausgebildete Blühbotschafterin konnte Kristin Brückner einen der Wildbienenrucksäcke des BUND Sachsen ins Erzgebirge holen und übernimmt stellvertretend für die Ortsgruppe Zschopautal dessen Betreuung und Ausleihe. Der Rucksack bietet vielfältige Materialien, Spiele und Bestimmungshilfen, mit denen sich das Thema Wildbienen kindgerecht und praxisnah vermitteln lässt. Nachdem der Rucksack bereits mit Hortkindern erprobt wurde, soll er künftig möglichst vielen Vorschulkindern, Grundschulen und Umweltbildner:innen in der Erzgebirgsregion für eigene Umweltbildungsangebote zur Verfügung stehen. So kann der Rucksack dazu beitragen, Wildbienen bereits im Kindesalter erlebbar zu machen und ihre Bedeutung für unsere Natur und unsere Ernährung verständlich zu vermitteln. Mailadresse: wildbienen.erzgebirge@gmail.com / Homepage: https://www.bund-sachsen.de/tier-pflanze/insekten/wildbienenrucksack/

Wer kann mitmachen?

Gesucht werden Interessierte und Engagierte, die sich für die Natur rund um das Zschopautal einsetzen wollen. Eine Mitgliedschaft im BUND ist nicht zwingend erforderlich.

Nicht vergessen:

Bitte meldet Euch unter: bund.zschopautal@bund.net für weitere Informationen.