Aktiv werden in der BUND-Ortsgruppe „Zschopautal“
Im Frühling 2026 hat sich eine neue Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im mittleren Erzgebirge gegründet. Das Erzgebirge gilt als eine Region mit einem außergewöhnlichen Naturreichtum und einer besonderen Ausstattung mit schützenswerten Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeit gehört es zu den am dichtesten besiedelten Regionen Europas und besitzt eine lange bergbauliche und industrielle Tradition. Dementsprechend groß ist der Einfluss des menschlichen Lebens auf die heimische Natur.
Der Landesverband Sachsen des BUND wurde 1990 in Chemnitz gegründet. Als anerkannter Naturschutzverband bemüht er sich um Antworten auf komplexe Fragen des Klima- und Naturschutzes. Er schützt die Natur in Sachsen ganz praktisch auf über 50 Pflegeflächen. 25 Gruppen mit über 500 Freiwilligen sind regional aktiv. Mehr als 11 000 Menschen unterstützen den Verband aktuell in Sachsen durch eine Mitgliedschaft.
Auch im Bereich des oberen Zschopautals haben einige BUND-Mitglieder ihren Lebensmittelpunkt. Sie kamen nun zusammen, um dem Aufruf zur Gründung der Ortsgruppe zu folgen. Weitere Naturschützer haben sich zu einer Mitgliedschaft entschlossen und so setzt sich die junge, aktive Gruppe aktuell aus mehr als 10 Personen zusammen. Gemeinsam wollen sie aktiv rund um das Zschopautal werden, einer attraktive Flusslandschaft mit engen Talabschnitten, teils naturnahen Auen/Waldbereichen sowie offenen Felsen. Kulturhistorische Denkmale wie die Burgen in Zschopau und Wolkenstein oder Waldhufendörfer mit einer hohen Dichte an Hecken im Bereich der angrenzenden und überwiegend landwirtschaftlich genutzten Anhöhen oder blütenbunte Bergwiesen prägen die Region.
Diese vielfältige Natur im Blick, wurden schon einige Projekte im Gründungsjahr gestartet:
Artenschutz: Feuersalamander
Das 15 bis 25 cm große Tier zählt sicher zu den bekanntesten giftigen Tieren unserer Region. Einst galt der auffällige Lurch mit seiner schwarzen, glatten Haut und den gelben bzw. orangefarbenen Mustern als häufige Erscheinung in den Tälern des Erzgebirges insbesondere im Frühling. Trotz seiner Langlebígkeit (bis zu 50 Jahre), Standorttreue und des einst verstärkten Vorkommens in Siedlungen findet man immer weniger Tiere in unserer Landschaft. Aktuell lässt sich im Erzgebirge ein derart erheblicher Rückgang der Feuersalamanderpopulationen feststellen, dass nur noch stark isolierte Vorkommen bekannt sind. Die Gründe dafür liegen vor allem in menschlichen Aktivitäten: Oberflächenversieglung, Gewässerverschmutzungen und -verbauung. Aber auch ein Befall der Salamanderhaut durch eine (ebenfalls durch den Menschen) eingeschleppte Pilzerkrankung spielt wohl eine Rolle. Um besser über das Leben des Feuersalamanders informiert zu sein, fand im Frühling 2026 eine geführte Exkursion in einen Feuersalamander-Lebensraum gemeinsam mit der Artspezialistin Heidi Enderlein vom BUND und regionalen Artbetreuern statt.
Biotopschutz: Anlage einer Streuobstwiese
Extensiv genutzte flächige Obstbaumbestände aus überwiegend älteren, hochstämmigen Obstbäumen mit artenreichem Unterwuchs finden sich in der modernen Landschaft selten. Auch in den oberen Gebirgslagen wuchsen einst angepasste Obstsorten in den Hausgärten und Wildobst an den Wegrändern. Alte Streuobstwiesen bieten trotz ihrer Nutzung durch das Vorhandensein von Totholz, Baumhöhlen und mageren Frischwiesen als Bodenvegetation vielen Tierarten geeigneten Lebensraum. Auf einer Fläche einer Kirchgemeinde soll im Herbst 2026 begonnen werden, eine Streuobstwiese anzulegen. Es ist geplant, geeignete Hochstamm-Obstsorten sowie eine Hecke aus fruchttragenden Wildstraucharten zu pflanzen.
Weitere Projekte, die in Planung sind:
- Wiederaufnahme einer Langzeiterfassung höhlenbrütender Singvogelarten
- Citizen-Science-Projekt zur Erfassung von Neoptyenbeständen im Mittleren Erzgebirge