Engagementtag im Biberrevier

Weiden und Aspen stehen auf Meister Bockerts Speiseplan ganz oben. Doch oft mangelt es an ausreichend Weichhölzern im Biberrevier. Um hier recht einfach aber wirkungsvoll Verbesserung zu schaffen hatten sich am 15. Mai neun Mitarbeiter der Evonik Ressource Efficiency GmbH aus dem Chemiepark Bitterfeld-Wolfen an der Winkelmühle eingefunden. Die Manager und Mitarbeiter des Unternehmens waren freiwillig im Rahmen eines Engagement-Tages im Biberrevier am Siedegraben aktiv und setzten austriebsfähige Weidenstangen in den Moorboden. Da sich Weiden relativ einfach über diese Steckhölzer vermehren lassen welche bei der Kopfweidenpflege im Winter reichlich anfallen, konnte hier die Speisekammer des Revierinhabers gut aufgefüllt werden. Aktions-Tage für Unternehmen zu konzipieren und durchzuführen sind Teil der Strategie von RegioCrowd Partnern aus der Wirtschaft die Möglichkeit anzubieten sich für eine nachhaltige Standortentwicklung zu engagieren. Der Naturpark Dübener Heide bietet hier in der Metropolregion Mitteldeutschland einzigartige Möglichkeiten.

Den Schutz des Wolfes als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabenstellung (über die wir in der Dübener Heide nicht entscheiden können) wollten wir zum Anlass nehmen, den Bürgern die unterschiedlichen Sichtweisen zum Verhältnis „Wolf und Mensch“ zu eröffnen. Dabei sollten die Chancen und Risiken für die Menschen der Heide (Einwohner und Touristen; Naturschützer; Jäger; Tierhalter) angesprochen werden können (der gesellschaftlich vereinbarte Wolfsschutz beinhaltet auch „soziokulturelle und ökonomische Betroffenheiten“ für die Menschen und Unternehmen). Dazu die Grundeinstellung einer mündigen Bürgerschaft in der Dübener Heide auch im Umgang mit dem „Thema Wolf“ würdigen zu können, hat der Thementag „Wolf & Mensch“ als öffentlicher Diskursraum und eine Pilotveranstaltung modellhaft beigetragen.

Mit unserem Ansatzkünftiges Verhältnis von Mensch und Wolf in der Dübener Heide“ und den Inhaltenunterschiedliche Sichtweisen in einer Veranstaltung aufzuzeigen und offen zur Diskussion zu stellen“ bewegten wir uns in der Dübener Heide ebenso auf „Neuland“ wie mit der angewandten Finanzierung über ein „Crowdfunding“ (Schwarmfinanzierung durch Bürger und Unternehmen).

Dr. Torsten Reinsch (Berlin), Andreas Klotz (Hamburg), Janine Meißner (Bad Düben)

Podium

Ulrich Wotschikowsky

Beitrag: „Wolf, Wild und Jagd“

Uta Eser

Beitrag: „How wolves change debates“

Stefan Pinter & Aline Menz

Soziodrama: „Die Sicht der Anderen“

Nathalie Soethe

Beitrag: „Freiwilligenarbeit im Herdenschutz“

Fragebogenauswertung

Nachlese von Andreas Klotz

Bald anderthalb Jahre liegt der Wolfstag zurück und auf dieser Webseite wurde dazu schon Nachlese betrieben, ebenso wie sicherlich in sehr vielen Gesprächen. Ich hatte nach der Veranstaltung angekündigt, einen Aufsatz über dessen Konzeption und Duchführung zu schreiben. Das tat ich dann auch, in Zusammenarbeit mit Torsten Reinsch und Janine Meißner und reichte den Text bei der Fachzeitschrift „Natur und Landschaft“ ein. Hier werden die Langfassung des Aufsatzes sowie der veröffentlichte Artikel vorgestellt. Dieser erschien im Januarheft 2018 der Zeitschrift – und er soll Euch und Ihnen nicht vorenthalten werden.

Für die sehr gute Zusammenarbeit in der Vorbereitung und bei der Durchführung des Wolfstags bedanke ich mich bei allen aus dem Vorbereitungkreis, dem Naturpark und Verein Dübener Heide und auch den Gästen, Referenten, Besucherinnen und Besuchern. Nur so war es möglich, diese Veranstaltung zu stemmen und dabei einen Weg zu finden, dass unterschiedlichste Gesichtspunkte und Meinungen in ein gemeinsames Ziel münden konnten.
 
Herzlichst
 
Andreas Klotz

Heute stellen wir Euch junge Heidefreunde vor, die sich entschlossen haben in ihrer Freizeit die Dübener Heide aktiv mit zu gestalten und Natur und Landschaft zu bewahren. Da ist Sylvia aus Jüdenberg, sie sorgt sich um die Amphibien, die in jedem Frühjahr die Bundestraße 107 überqueren. In Brösa pflegt Christina ihre Bienen, das hilft der Umwelt und dabei entsteht noch leckerer Honig. Rick aus Leipzig setzt beim Markieren der Wanderwege im Wald alles daran, dass sich zukünftig jeder Naturliebhaber gut orientieren kann. Lernt auch Udo aus Tornau und Chloe aus England kennen und schaut einmal auf die anliegenden Flyer.

In den Wintermonaten reifte die Idee, in Abstimmung mit dem Naturpark Dübener Heide Geld für eine neue Kirchturmuhr im Muldedorf Gruna einzusammeln. Die dortige Radfahrerkirche soll damit im Lutherjahr 2017 ihre finale Aufwertung erhalten. Nach ein paar Stunden Arbeit war das Projekt auf der Plattform des Regiocrowd-Partners KissKissBankBank angelegt und nach kurzer Überprüfung auch online. Parallel starteten wir mit einer Marketing-Kampagne im Facebook, auf regionalen Internetseiten, in der Zeitung und später auch im Radio. Erfolgreich erwiesen sich zudem klassische Handzettel zum Vorhaben.

Auch wenn mit der Kampagne auf der Plattform das Ziel im Funding-Zeitfenster nicht erreicht wurde, war die Spendenaktion letztendlich erfolgreich. Die Bürger spendeten auch in bar oder zahlten direkt aufs Konto der Kirche ein. Wichtig waren dafür auch eine aufwendige Sammelaktion bei allen Grunaer Haushalten und ein Charity-Event an der Radfahrerkirche. Letztendlich beteiligten ca. 200 Personen bzw. Institutionen mit sehr unterschiedlichen Beträgen und der anvisierte Betrag von über 5T € kam zusammen.

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch die Reichweite der Kampagne und die touristische Werbung für Gruna und die Mulderegion. Die Spendenseite wurde über 10.000 mal aufgerufen und die Radfahrerkirche wurde viel häufiger als sonst im Netz gefunden. Dies war so  beabsichtigt und hat prima geklappt. Das Miteinander hat in diesem Sinne und hoffentlich nachhaltig funktioniert.

Der größte Teil des Weges liegt aber noch vor uns. Die Spendengelder müssen jetzt mit Eigenmitteln der Kirche und Fördermitteln veredelt werden und die Arbeiten am Kirchturm endlich beginnen. Dies möchte auch die Gemeinde Laußig unterstützen und spätestens im Frühjahr 2018 soll alles fertig sein. Es wird Zeit!

Bild von Z thomas – CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15062688

Die historische Radfahrerkirche soll eine Turmuhr erhalten – finanziert durch Crowdfunding

Gruna, ein verträumtes Fährdorf an der Mulde zwischen Eilenburg und Bad Düben gelegen – mit weidenden Rindern in der Aue und dem Ausblick zum Heidewald – man könnte denken, die Zeit wäre stehen geblieben. Von der Natur reich beschenkt ist der malerische Ort bekannt und beliebt zugleich bei Ausflüglern, Radlern und Wasserwanderern. Und wenn der Fährmann überholt, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Dennoch, die Grunaer bewegen einiges, und bewegt sind die Geschichte und das Schicksal des Ortes gerade eben auch durch die Nähe zur Mulde. Sowohl 2002 als auch 2013 war der Ort von  den Jahrhunderthochwassern betroffen. So haben es die Grunaer seit jeher gelernt, mit dem Fluss zu leben und als starke Gemeinschaft zusammen zu halten. Dass die Zeit in Gruna nicht stehen geblieben ist, zeigt die aktuelle Crowdfunding-Kampagne von Rico Nauditt. Der Grunaer Ortschronist meint, dass nach über 70 Jahren die Zeit reif ist und der Grunaer Kirchturm wieder seine Uhr erhält, damit die Grunaer und ihre Gäste wissen, was die Stunde schlägt. Und er setzt ganz zeitgemäß auf „Schwarmfinanzierung“ über das Internet mit dem regionalen Themenportal des Naturparkes Dübener Heide „RegioCrowd“ als starken Partner. Für alle Unterstützer hat sich Rico originelle „Grunaer Gegenleistungen“ ausgedacht. Wer kann da widerstehen? Das RegioCrowd-Team meint auf jeden Fall, dass es an der Zeit ist, Rico und die Grunaer bei ihrem Engagement zu unterstützen und von Zeit zu Zeit einmal vor Ort vorbei zu schauen.

Ob große oder kleine Naturschützer – am besten lernen wir nicht durch Lesen oder Zuhören, sondern durch Ausprobieren und Mitgestalten! Wir von RegioCrowd freuen uns deshalb besonders, dass wir mit unserer Plattform das Leipziger Kindermuseum UNIKATUM bei einem Crowdfunding-Projekt unterstützen dürfen. Doch worum geht es dabei überhaupt? Und was hat RegioCrowd in der Dübener Heide mit dem kunterbunten Mitmach-Museum im Leipziger Westen zu tun?

Zu Besuch in Leipzig

Über 12.000 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre besuchen jährlich das Leipziger Kindermuseum UNIKATUM. Eine ziemliche Herausforderung, die die zum größten Teil ehrenamtlichen Mitarbeiter aber sehr gerne stemmen. Gemeinsam konzipieren und gestalten sie einzigartige Ausstellungen, bei denen Anfassen, Ausprobieren, Nachfragen oder vor alle Spaßhaben explizit erwünscht sind. Um dem großen Interesse von Familien und Schulklassen weiter gerecht werden zu können, steht jetzt ein hausinterner Umzug an: Das Kindermuseum wird um ein ganzes Geschoss erweitert und das kostet natürlich Geld. Mit einem Crowdfunding-Projekt bei unseren RegioCrowd-Freunden von der Leipziger Visionbakery sollen noch bis zum 21.02.2017 ganze 6.154,50 € gesammelt werden. Weil wir von RegioCrowd  diesen Plan absolut unterstützenswert finden, möchten wir helfen, dass das gelingt. Für alle Helfer gibt es natürlich tolle Gegenleistungen, wie zum Beispiel Gutscheine für einen Besuch im UNIKATUM.

Das UNIKATUM in der Dübener Heide

Was viele nicht wissen: Auch in der Dübener Heide vor den Toren Leipzigs hat das Team des Kindermuseums bereits Spuren hinterlassen. Gemeinsam mit dem UNIKATUM wurde das „Waldhaus“ in Bergwitz gestaltet, ein Baumtheater in Bad Schmiedeberg entwickelt und unsere Heide-Biber-Tour konzipiert. Annegret Hänsel, Initiatorin des Crowdfunding-Projektes, ist zudem sozusagen die Mutter unseres Cartoon-Bibers Billi Bockert, der mit seinen Geschichten Kindern die Dübener Heide näher bringt. Ein guter Grund für unser Team, dem Kindermuseum UNIKATUM bei seinem aktuellen Vorhaben ebenfalls beizustehen! Familien, Lehrern und Erziehern aus der Dübener Heide empfehlen wir, sich das Projekt unbedingt mal anzuschauen. Mitmachen lohnt sich. Und vielleicht geht der nächste große Ausflug sogar ins Leipziger Kindermuseum UNIKATUM, wo es dann – hoffentlich – eine ganze neue Etage zu bestaunen gibt!

Der Naturpark – Verein Dübener Heide e.V. plant für Samstag, den 8. Oktober 2016, auf dem Gelände des NaturparkHaus in Bad Düben einen ganztägigen bundesländerübergreifenden Thementag „Wolf & Mensch“ in der Dübener Heide.

WARUM EIN THEMENTAG „WOLF & MENSCH“?

Hintergrund für diese Themenwahl ist die unstrittige Erwartung, dass der Wolf auch in der Dübener Heide nach 100jähriger Abwesenheit eine deutliche Rolle spielen wird; er wird wahrscheinlich in wenigen Jahren alle für ihn geeigneten Habitate besetzen.
Zugleich trifft dieser Umstand bei den Menschen der Region auf eine sehr starke, aber auch sehr unterschiedliche Reaktion. Diese ist von Freunde und Angst ebenso motiviert, wie von zu erwartenden Beeinträchtigungen im regionalen Brauchtum (Jägerschaft), hinsichtlich tierhalterischer Anliegen (insb. bei den Schafhaltern, in der Dübener Heide regionalspezifisch insbes. auch Pferde und Rinder) aber auch in der regionalen Selbstbestimmung (Naturschutz in seiner symbolischen Funktion, Reaktanz). Auch ist in der Region strittig, ob der Wolf überhaupt erwünschter Teil der (Kultur-)Landschaft, der Natur sein soll und wer darüber mit welchen Gründen zu entscheiden hat. Es werden aber auch touristische und damit ökonomische Chancen mit dem Wolf verbunden.
Diese Konfliktlagen und sozialen Spannungen in Sachen ‚Wolf‘ treffen dabei auf durch Naturschutzvorgaben sehr stark vordefinierte Handlungsspielräume: Der Wolf gehört zu den durch den EU-Naturschutz (FFH-Richtlinie) streng geschützten Tierarten. Hauptziel dieses Schutzregimes ist es, die (natürliche) biologische Vielfalt zu fördern; gleichzeitig sollen aber durch die getroffenen Naturschutzmaßnahmen die Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie die regionalen und örtlichen Besonderheiten berücksichtigt werden.
Diese Berücksichtigung möchten wir unterstützen, wohl wissend, dass dies weit über Naturschutzfragen im engeren Sinne hinausgeht und dadurch kommunikative und diskursive Herausforderungen angesprochen werden.

VORBEREITUNGSWORKSHOPS

Dem für den 8. Oktober 2016 im Naturpark Dübener Heide geplanten Thementag ging ein Umweltbildungs-Workshop im Frühjahr 2015 voraus.
Dieser Workshop war Teil eines vom Naturpark Dübener Heide getragenen EU-Projektes zur Verbesserung regionaler Natur- und Umweltkommunikation im Rahmen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Auf diesem Workshop waren ca. 15 unterschiedliche Wolfsbetroffene aus der Region, Befürworter wie Gegner aus unterschiedlichen Berufs- und Interessengruppen, anwesend. Die Idee zu einem Thementag „Wolf“ kam auf.
Es schlossen sich Vorbereitungsworkshops zum Thementag „Wolf & Mensch“ im Januar und April 2016 mit regionalen Akteuren und Nutzergruppen aus Wald/Forst, Verwaltung, Jagd, Naturschutz, Umweltbildung, Bürgerschaft, Tourismus und Landwirtschaft an.

STRUKTUR DES THEMENTAGES "WOLF & MENSCH"

Erfreulicher Weise waren alle Teilnehmer einvernehmlich der Meinung, dass die zu entwickelnde Veranstaltung so zu gestalten ist, dass nicht nur die eigene Meinung zu Worte kommt, sondern es sollen die unterschiedlichen und sich widersprechenden Ansichten in einen offenen Dialog treten können (der in Naturschutzdiskursen häufig durch die Vertreter der ‚naturschutzfachlichen Expertise‘ behindert wird).
Der Thementag ist als ganztägige Veranstaltung für die breite Öffentlichkeit gedacht.
Wir schätzen, dass über den Tag verteilt ca. 300 Besucher aus der Region und auch aus der städtischen Umgebung (Leipzig, Halle, Wittenberg, Dessau, Bitterfeld) den Thementag besuchen werden.
Während dieses Tages soll es eine Mischung aus unterschiedlichen Angeboten geben, die z.T. parallel laufen: ökologische Fachinformationen sollen ebenso dargestellt werden wie kontroverse Positionen der Akteure der Dübener Heide; dies soll im Rahmen von Vorträgen, Info-Ständen, Diskussionen und Exkursionen ermöglicht werden und wird dicht umrahmt von Angeboten regionaler Produkte, kultureller Darbietungen, Theater und kulinarischer Versorgung.

ZIELE DES THEMENTAGES "WOLF & MENSCH" AUS SICHT DES NATURPARKS DÜBENER HEIDE

Der Naturpark verbindet mit dem Wolfstag die Aufgabe, nicht für oder gegen den Wolf Partei zu ergreifen; vielmehr will er dazu beizutragen, dass die unterschiedlichen Positionen sichtbar werden und diese nach innen und außen kommuniziert werden können.
Die unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema Wolf in der Dübener Heide bilden für den Naturpark die Grundlage, diese in künftigen Problembestimmungen und -lösungen einbringen zu können.
Wir sehen den Thementag „Wolf & Mensch“ im Kontext unserer Aufgabenstellung, Natur und Landschaft mit und für Menschen zu bewahren und zu entwickeln und den Schutz und die Nutzung von Natur und Landschaft zu verbinden. Die Balance zwischen intakter Natur, wirtschaftlichem Wohlergehen und guter Lebensqualität wird durch Naturparke angestrebt.

Wir freuen uns auf weitere Zuarbeiten, Ideen und Anregungen – und haben nach derzeitigem Planungsstand einen möglichen Programm-Ablauf für den Thementag „Wolf & Mensch“ zusammengestellt:

Unser Crowdfunding-Projekt auf VisionBakery begleitete die laufenden Vorbereitungen. Dank Deiner/Eurer Unterstützung ist es erfolgreich abgeschlossen!

Das Projekt erreichte bis zum 11.08.16 die benötigte Summe und konnte in 55 Tagen finanziert werden:

www.visionbakery.com/wolfstag-duebener-heide

www.regiocrowd.com/crowdfunding

Wer unsere Natur nachhaltig schützen möchte, sollte schon bei den Kleinsten beginnen. Damit aus neugierigen Kindern eines Tages verantwortungsbewusste Erwachsene werden, gibt es in der Dübener Heide die Möglichkeit, gemeinsam mit Naturschutzexperten einen Schuldwandertag zu verbringen. Sehen, hören, schmecken, riechen und fühlen – mit allen Sinnen können die Teilnehmer dabei ihre Heimat entdecken.

Grundschüler aus Doberschütz, Bad Schmiedeberg und Eilenburg haben das Angebot bereits genutzt und sind auf den Spuren des Bibers über vier Kilometer durch den Naturpark Dübener Heide gewandert. Begleitet wurden sie dabei nicht nur von ihren Lehrerinnen, sondern auch von Naturparkführerin Birgit Rabe und Kräuterfrau Gabi Schumann. Zu den Höhepunkten des Tages gehörten das gemeinsame Essen von über offenem Feuer gekochten Kartoffeln und das Pflanzen eigener Bäumen am Ende der Wanderung.

Der Naturpark Dübener Heide und das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum unterstützten die Aktion. Aktuell wird geplant, wie sich solche Wandertage als dauerhaftes Angebot in der Region etablieren lassen. Interessierte Lehrer, Eltern und Schüler können sich aber gern jetzt schon bei Axel Mitzka von RegioCrowd melden.

Imker und Forscher schlagen bereits seit einigen Jahren Alarm: Weltweit sterben auf teils mysteriöse Weise ganze Bienenvölker. In einigen Erdregionen sollen die Populationen schon um über 85 Prozent zurückgegangen sein. In Deutschland hat sich die Zahl der Bienenvölker seit den 50ern mehr als halbiert. Die genauen Ursachen dafür sind zwar noch nicht richtig erforscht. Fest steht aber, dass der Mensch durch Pestizide und andere Umweltgifte einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung trägt.

Was vielen dabei jedoch nicht bewusst ist, ist, dass das Sterben der Bienen auch uns selbst in Gefahr bringt. Denn Bienen produzieren nicht nur leckeren Honig, sie bestäuben darüber hinaus zahlreiche Obst- und Gemüsearten sowie Getreide. Können sie diese Aufgabe nicht mehr erfüllen, drohen dramatische Ernteausfälle, die bei uns Menschen gesundheitsschädliche Mangelzustände auslösen und unsere Lebensqualität massiv einschränken würden. 

Könntest Du Dir vorstellen, dass es Erdbeeren, Kirschen oder Tomaten in einigen Jahren kaum noch gibt? Um einen Beitrag dazu zu leisten, dass es nicht soweit kommt, versuchen zahlreiche Imker und Freiwillige in der Dübener Heide, Bienen zu unterstützen und Menschen aufzuklären. Und das kostet weniger Zeit und Geld als mancher vielleicht denkt!

Eine unkomplizierte Methode, Bienen zu helfen, ist das Anlegen von natürlich Blühwiesen. Dazu kannst Du Dir eine simple Blumenmischung im Supermarkt kaufen und diese in Deinem Garten oder in Blumentöpfen auf dem Balkon verteilen. Wenn Du Lust hast, mit RegioCrowd und vielen Freiwilligen an großen Blühwiesenaktionen in der Dübener Heide teilzunehmen, schreibe einfach ein E-Mail an unser Team.

Um mehr Menschen über Bienen und ihre wichtige Arbeit zu informieren, gibt es zudem die Möglichkeit, bei Dir im Dorf, in der Schule oder auf einem Firmengelände einen sogenannten Bee-Pass aufzustellen. Dabei handelt es sich um ein Bienenhaus, das in Frankreich entwickelt wurde. Die Bienen fliegen es in 2,5 Meter Höhe an. Durch ein kleines Fenster kannst Du sie anschließend direkt bei der Arbeit beobachten. Imker aus der Region kümmern sich um die Pflege und helfen Dir gern, Deine Familie, Freunde, Mitschüler oder Kollegen für das Thema zu begeistern. Wenn Du daran Interesse hast, freuen wir uns auf Deine Nachricht.

Mehr Infos auf www.bluehende-heide.de